Grid-Computing ist ein System, das viele Computerknoten in einer verteilten Architektur verbindet, um die für die Bewältigung geschäftlicher Herausforderungen notwendigen Rechenressourcen bereitzustellen. Die Knoten können Server oder PCs sein, die über verschiedene geografische Standorte verteilt und nur lose über das Internet oder andere Netzwerke miteinander verbunden sind. In einer Grid-Computing-Umgebung werden einzelne Aufgaben, die Teil eines größeren Projekts sind, mit den Ressourcen ausgeführt, die jedem Knoten zur Verfügung stehen.
Ein virtueller Supercomputer aus verteilten Verarbeitungsknoten lässt sich mithilfe der Grid-Computing-Architektur realisieren. Die meisten Grid-Computing-Projekte sind nicht zeitkritisch, und große Projekte erstrecken sich häufig über mehrere Kontinente und Länder. Cycle-Scavenging ist eine gängige Praxis in Grid-Computing-Systemen. Dabei werden die ungenutzten Ressourcen eines Knotens verwendet, um mit dem Grid verbundene Aufgaben zu erledigen. Diese Prozesse können mehrere Wochen oder sogar länger andauern.
Grid-Computing und virtuelles Supercomputing werden oft synonym verwendet, obwohl sich die beiden Technologien tatsächlich deutlich unterscheiden. Ein Supercomputer besteht aus einer großen Anzahl parallel arbeitender Prozessoren auf kleinem Raum, beispielsweise in einem spezialisierten Rechenzentrum. Eine Grid-Umgebung ist üblicherweise global verteilt. Anstelle von einzeln funktionierenden Knoten führen Supercomputer hochvernetzte Anwendungen über Hochgeschwindigkeitsnetzwerke aus. Grid-Systeme kommunizieren hingegen oft über Internetverbindungen von geografisch weit entfernten Standorten aus und übertragen nur wenige oder gar keine Daten zwischen den Knoten. Eine weitere Form des verteilten Rechnens, das sogenannte Cloud-Computing, unterscheidet sich vom Grid-Computing. Cloud-Computing nimmt eine Zwischenstellung zwischen Supercomputing und Grid-Computing ein.
Grid-Umgebungen sind deutlich weniger granular als Cloud-Umgebungen, die zeitabhängige Workloads besser bewältigen können. Im Gegensatz dazu sind Cloud-Ressourcen, trotz ihrer geografischen Verteilung, in der Regel auf wenige Standorte beschränkt, während Tausende weit verteilter Knoten in einem Grid-Netzwerk zusammenarbeiten.
Viele private und staatliche Organisationen, Bildungseinrichtungen und Wirtschaftsunternehmen nutzen Grid-Computing, um moderne Geschäftsherausforderungen zu bewältigen. Eine Vielzahl von Projekten, darunter Genforschung, die Suche nach geeigneten Wirkstoffkandidaten und staatliche Sicherheitsprogramme, profitieren von der Rechenkapazität, die Grid-Systeme bieten.
Grid-Computing kann unter anderem zur Modellierung finanzieller Risiken, zur Überwachung seismischer Aktivitäten oder zur Bewertung von Wettertrends eingesetzt werden. Darüber hinaus spielt Grid-Computing eine entscheidende Rolle im Bereich des Ubiquitous Computing, wo intelligente Geräte eine Umgebung durchdringen, ohne die Nutzer direkt zu informieren.